11.05.2020 / komba gewerkschaft/Matthäus Fandrejewski

Europatag 2020

© myrhome / pixabay.com
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70 Jahre Europa - Ihre Solidarität ist heute aktueller denn je!

Am 9. Mai 1950 sprach der französische Außenminister Robert Schumann über die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) – dem heutigen Vorgänger des weltweit größten Friedensprojektes – der Europäischen Union.

Heute – 70 Jahre später ist die Wichtigkeit der Solidarität wieder deutlich zu spüren. Damals, als Deutschland und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche lag – heute, wo sich nicht nur Deutschland, sondern auch die mittlerweile verfestigte Europäische Union sowie die gesamte Welt durch die Corona-Pandemie in einer globalen Krise befindet – ist Zusammenhalt und Europäische Solidarität ebenso wichtig wie 1950.

70 Jahre – in einer Ehe würde man von einer Platinhochzeit sprechen. Platin – eines der edelsten Metalle ist für seine Dehn- und Schmiedbarkeit bekannt. Auch die Europäische Union hat in den letzten Wochen bewiesen, dass sie flexibel sein kann.

Eine tragende, ja existenzielle Rolle kommt hierbei mehr denn je den Kommunen zu. Städte, Gemeinden und Regionen in Europa und weltweit sind in nahezu allen Bereichen betroffen und werden es wohl noch für eine längere Zeit sein. „Die Kommunen und ihre Beschäftigten leisten gerade in der jetzigen Situation seit Wochen jeden Tag Gewaltiges, um unser Gemeinwesen aufrechtzuerhalten. Ohne die Dienstleistungen der Kommunen und den unermüdlichen Einsatz der Beschäftigten wären die bestehenden Herausforderungen nicht zu meistern und ein organisiertes Miteinander in dieser Krisenzeit nicht zu gewährleisten“, so der komba Bundesvorsitzende Andreas Hemsing. „Diese Herausforderungen machen dabei vor Grenzen nicht Halt und es wird deutlich: Antworten können wir nur miteinander finden. Und so werden auch in den vielen kommunalen Partnerschaften in Europa Solidarität und verlässliches Miteinander gelebt und in der direkten Zusammenarbeit ganz praktische, unbürokratische Lösungen gefunden.“

Und Europa zeigt gerade, wie wichtig seine strukturierte Organisation während der Pandemie ist. Gemeinsam bestellt man medizinisch wichtige Produkte und Medikamente und sammelte auf einer der größten Geberkonferenzen unter der Leitung der Europäischen Kommission mehr als 7,1 Milliarden Euro für den nächsten Schritt aus der Pandemie – für die Zeit, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht und es um die globale Verteilung geht.
Schon Schumann betonte in seiner Rede: „Der Beitrag, den ein organisiertes und lebendiges Europa für die Zivilisation leisten kann, ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen.“

Dennoch werfen viele der Europäischen Union Versagen, Schwäche und Zerbrechlichkeit vor. Aber so, wie in einer 70jährigen Ehe Hürden und Krisen überwunden werden, wird nun auch die EU ihre Anpassungsfähigkeit dauerhaft zeigen können und müssen, um weiterhin bestehen zu können. Denn gerade in der Krise zeigt sich die Stärke einer Partnerschaft.
Jetzt ist es an der Zeit, den gemeinsamen Geist der Europäischen Union wieder zum Leben zu bringen und für das gemeinsame Friedensprojekt einzustehen. Unser alltägliches Zusammenleben zeigt, dass es keine Zukunft der Alleingänger gibt – nur gemeinsam als Europäische Union können wir uns den globalen Herausforderungen stellen!

Auf die gemeinsame Zukunft - auf Europa!